Die First Responder des OV Rhens

Insgesamt 125 Einsätze verzeichneten die First-Responder (Ersthelfer vor Ort) des DRK-Ortsvereins Rhens im Jahr 2017.

Hinter diesen Einsätzen stehen 125 Einzelschicksale, denen durch die Sanitäter des DRK Rhens geholfen werden konnte, bevor der  Rettungsdienst eingetroffen ist.

Fast 75 % der Alarmierungen (73 Einsätze) entfallen auf Rhens. In Brey gab es 24 Einsätze und in Spay wurden 22 Einsätze registriert. First-Responder-Einsätze gibt es rund um die Uhr.  Dabei treffen die Einsatzkräfte auf das gesamte Spektrum an Notfällen. Besonders häufig wurden die First-Responder im vergangenen Jahr mit den Folgen aufgrund von Stürzen und Herzerkrankungen sowie Krampfanfällen konfrontiert. Es waren aber auch Einsätze bei Verkehrs- und Arbeitsunfällen dabei. Auch zu Kindernotfällen wurden die Frist-Responder gerufen. 3 Patienten mit Schlaganfällen wurden versorgt und 3 Einsätze mit Wiederbelebungen wurden registriert.

Durch das frühzeitige Eintreffen der „Ersthelfer vor Ort“ erfahren die verletzten Personen eine  fachgerechte Versorgung. Wertvolle Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens und des Notarztes werden mit kompetenten Hilfsmaßnahmen überbrückt. Die Angehörigen und unmittelbar beteiligten Personen werden zudem entlastet.

Durch den Kommandowagen des DRK-Orstvereins können sogar Orte angefahren werden, die schwer zugänglich sind. Einsätze auf den Traumpfaden oder auf Waldwegen sind kein Problem. Das hat sich im Jahr 2017 bei einem Unfall mit einem Segway auf dem Weg zu Jakobsberg gezeigt.

Was ist ein First Responder?

Die Idee der First Responder oder auch Helfer vor Ort hat Ihren Ursprung in den USA. Mit ihren großen und vergleichsweise dünn besiedelten Flächenlandkreisen wurden die örtlichen Strukturen und die Verfügbarkeit von organisierten Kräften in Form von Freiwilliger Feuerwehr und Streifenwagen der Polizei bereits früh genutzt, um bei einem medizinischen Notfall die ersten Maßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit sehr langen Anfahrtszeiten zu übernehmen. Ziel ist es, die Zeit zwischen Eintreten des Notfalls und der ersten medizinischen Versorgung, das sogenannte therapiefreie Intervall zu verkürzen.

Warum gibt es die First Responder?

In Rhens, Brey und Spay beträgt die Fahrzeit von den nächsten Rettungswachen in Koblenz oder Boppard mindestens 8-10 Minuten. Deshalb werden die First Responder zusätzlich alarmiert, um eine schnelle Erstversorgung durchzuführen. Bis Rettungsdienst und Notarzt eintreffen sind die First Responder bereits vor Ort, haben erste Maßnahmen, z.B. die Kontrolle der Vitalfunktionen oder die richtige Lagerung durchgeführt und außerdem eine qualifizierte Rückmeldung an die Rettungsleitstelle gegeben. Diese Zeitersparnis kann entscheidend sein und Menschenleben retten!

Wer sind die First Responder?

Die First Responder sind ehrenamtliche Mitglieder des DRK Ortsvereins Rhens. Sie sind in einer Zufallsbereitschaft über Funkmeldeempfänger erreichbar. Das heißt, dass alle First Responder, die sich zum Zeitpunkt einer Alarmierung im Ort befinden ausrücken, normalerweise aber maximal 2 Helfer zum Patienten gehen.

Wie sind die First Responder qualifiziert?

Alle Mitglieder der First-Responder-Gruppe sind Noftallsanitäter, Rettungsassistenten, Rettungssanitäter oder verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung im Sanitätsdienst des DRK.

Wann werden die First Responder eingesetzt?

Das Einsatzspektrum reicht von Unfällen aller Art bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen (Herzinfarkt, Atemnot, Bewusstlosigkeit, Kreislaufstillstand). Generell werden die First Responder immer alarmiert, wenn der Einsatz des Notarztes erforderlich ist. Die Entscheidung trifft die Rettungsleitstelle.

Wer alarmiert die First Responder?

Die First Responder werden direkt von der Integrierten Leitstelle Koblenz alarmiert, die gleichzeitig auch Notarzt und Rettungswagen entsendet.

Wie sind die First Responder ausgerüstet?

Jeder First Responder führt mindestens Beatmungsbeutel, Blutdruckmessgerät, Blutzuckermessgerät und Verbandmittel mit sich. Darüber hinaus werden für Rhens und Brey fünf, für die Gemeinde Spay zwei automatisierte externe Defibrillatoren (AED) mitgeführt. Als Fahrzeug wird in der Regel der private Pkw eingesetzt. Lediglich bei Verkehrsunfällen und Feuerwehreinsätzen wird der vereinseigene Krankentransportwagen (KTW) besetzt. Dort findet sich eine komplette Notfallausrüstung mit EKG-/Defibrillator, Sauerstoff, Kinder-Notfallkoffer usw..

Was kostet ein First Responder- Einsatz?

Für den Patienten ist der Einsatz kostenlos! Die First Responder arbeiten ehrenamtlich, die Kosten trägt der DRK-Ortsverein Rhens. Sie sind keine Konkurrenz zum öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst, sondern stellen eine wertvolle Ergänzung in der Rettungskette dar. Das First-Responder-System ist ein freiwilliges und ehrenamtliches Zusatzangebot, das oft Menschenleben rettet.